Abschied von Dieter „Strulle“ Strehl

Mitten in der Zeit, in der die Corona-Epidemie sämtliche sozialen Kontakte über die eigene Wohnung hinaus verhindert, ist Dieter Strehl am 25.März 2020 im Alter von 82 Jahren einsam für immer von uns gegangen.

Es ist von besonderer Tragik, dass der im Privat- wie auch im Berufsleben stets um ein Miteinander bemühte Dieter, am Ende seines Lebens selbst keinen Beistand mehr erhalten konnte.

Als Trost bleibt, dass wir alle, die „Strulle“ kannten, ihn als besonders engagierten und beliebten Sportkameraden in Erinnerung behalten werden.

Es war seine große Leidenschaft für den Fußball und dabei insbesondere zum TSV, gepaart mit einem hohen Interesse zu allen Fragen des Lebens und seine Freude am Gespräch, bei dem er mit seiner Meinung niemals hinterm Berg hielt, die ihn so einzigartig machten.

Das war eben anders bei ihm, wobei er mit seiner gewaltigen Stimme niemals zu überhören war, so dass man ihn nach seiner Zeit als Schiedsrichter auch später noch getrost als einen „aktiven Zuschauer“ bezeichnen konnte.

Bereits am 3. September 1948 ist er dem TSV in der Abteilung Fußball beigetreten und immer treu geblieben.

Er kannte also die Zeit, wo allein die Ausrüstung zum Spielen, ein kaum zu beschaffendes Vermögen darstellte, insbesondere natürlich bei den Schuhen, wo alles Mögliche untergenagelt wurde, um den Anschein von Stollen wenigstens beim Auflaufen zu erwecken.

Und er hat diese Zeit auch nie vergessen.

Später schwärmte er von der ersten Auslandsreise des Vereins mit den 1. Herren in die Schweiz nach Biel und Basel, erzählte über Eindrücke die einfach unvergesslich blieben, allein das Abspielen der Nationalhymne zu damaliger Zeit vor dem Spiel in Biel blieb unvergessen.

Im Jahr 1963 absolvierte er seine Prüfung als Schiedsrichter.

Daneben spielte er weiterhin als aktiver Spieler gemeinsam mit vielen Sportkameraden aus dem TSV wochentags im Betriebsfußball.

Die Pfeiferei wurde allerdings seine große Leidenschaft, so dass er sich schnell für größere Aufgaben qualifizierte und sich bald für die höchste Berliner Spielklasse, damals Oberliga bzw. Vertragsliga, qualifizierte, wo er dann von 1971 bis 1983 ausschließlich sein Betätigungsfeld fand.

Danach begann er altersbedingt kürzer zu treten und hörte nach insgesamt 45 Jahren als 23. Mann gänzlich auf.

Dafür, dass er solange den Verein quasi als Botschafter in Verbindung mit stets einwandfreiem Auftreten repräsentierte, wurde ihm 2008 die Ehrenmitgliedschaft der Fußballabteilung im TSV verliehen.

In den letzten Monaten erlaubte ihm seine Gesundheit auch nicht mehr den Besuch der Heimspiele unserer Mannschaften und doch zeugten die vielen Nachfragen zu seinem Fehlen davon,wie sehr er im Verein beliebt war.

Leider ist es in der heutigen Zeit noch nicht einmal sicher, ob wir ihn auf seinen letzten Weg begleiten können.

HZ